Auf der 1. nationalen Konferenz für differenziertes Impfen vom 01. bis 02. Oktober in Wuppertal sind Experten und ärztliche Praktiker zusammengekommen, um zu beraten, wie eine differenzierte Impfpraxis aussehen kann, die sich den Herausforderungen einer ganzheitlich orientierten Prävention und Gesundheitsförderung stellt. Die Ergebnisse der Konferenz wurden durch die Veranstalter, die „Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V.“ zusammengefasst und finden Ausdruck in der folgenden Erklärung:

Die Firma Sanofi MSD hatte Ende 2012 angekündigt, dass der Masern-Einzelimpfstoff in Deutschland nicht mehr auf dem Markt erscheinen wird, und mehr noch: dass im selben Atemzug auch die Röteln-Einzelimpfung eingestellt wird. Da diese beiden Entscheidungen die Möglichkeiten einer intelligenten, differenzierten und individuellen Impfentscheidung maßgeblich einschränken, hat unser Verein sowohl eine Pressemitteilung zu diesem Thema herausgegeben, als auch einen Brief an den Vorsitzenden der STIKO (Dr. Jan Leidel) geschrieben. Beides finden Sie weiter unten im Wortlaut.

Inzwischen hat die Importfirma EurimPharm auf unsere Initiative hin die Zulassung für den französischen Einzelimpfstoff in Deutschland beantragt. Sie wurde im März 2013 erteilt. Der neu zugelassene Impfstoff ist identisch mit dem früheren Einzelimpfstoff "Masern Impfstoff Mérieux" und trägt auch wieder diesen Namen. Da die Nachfrage sehr groß ist, kann es  nach Auskunft des Importeurs gelegentlich Lieferengpässe geben. Zur Überbrückung solcher Engpässe kann man auch (mit einem ärztlichen Rezept) den französischen Impfstoff Rouvax (Firma Sanofi), der in Deutschland jedoch nicht zugelassen ist, über eine Apotheke importieren lassen.

2010 fand im Rahmen des Salzburger Global Seminar ein multidisziplinärer Fachkongress zum Thema der Entscheidungsfindung in der Medizin statt. Als Résümée wurde die so genannte Salzburger Erklärung verabschiedet, die große internationale Resonanz erfuhr - u.a. wurde sie im renommierten British Medical Journal (BMJ 2011) veröffentlicht.

Der Verein Ärzte für individuelle Impfentscheidung spricht sich in der aktuellen, hochpolarisierten Diskussion ausdrücklich gegen die derzeit von verschiedenen Politikern wieder einmal geforderte Masern-Impfplicht aus und begründet dies im Folgenden:

Die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts bei Ausbrüchen ansteckender Erkrankungen treiben immer absurdere Blüten. Ab sofort sollen nach Ansicht dieser Behörde alle ungeimpften Kinder, die Kontakt zu einem Windpockenkranken hatten, 16 Tage vom Besuch des Kindergartens oder der Schule ausgeschlossen werden – es sei denn, sie lassen sich innerhalb von drei Tagen nach Krankheitskontakt impfen (so genannte „Inkubationsimpfung“) (RKI 2017a). Hinzu kommt im Krankheitsfall dann noch das Besuchsverbot von KiTa/Schule für in der Regel eine Woche.