Die ohnehin völlig unbefriedigende Wirksamkeit des Keuchhusten-Impfstoffs scheint im Laufe der letzten Jahre weiter deutlich nachzulassen, da als Folge der Impfstrategie diejenigen Untertypen der Keuchhusten-Bakterien sich vermehrt verbreiten, bei denen der Impfstoff seinen Hauptangriffspunkt eingebüßt hat.

Einer der immunologischen Ansatzpunkte der aktuellen azellulären Keuchhusten-Impfstoffe ist das Protein Pertactin, das, einer Untersuchung des amerikanischen CDC zufolge, immer mehr Keuchhusten-Bakterien gar nicht mehr bilden und damit dem Impfstoff einen wesentlichen Teil seiner Wirksamkeit nehmen - und dies, obwohl der Verzicht auf Pertactin für die Bakterien eigentlich ein evolutionärer Nachteil ist. Die Forscher werten dies als unmittelbare Anpassung der Bordetellen an ihre keuchhustengeimpfte Umgebung: Bakterien, gegen die der verwendete Impfstoff nicht wirkt, können sich besser vermehren und verbreiten (Pawloski 2013).

Es ist dies ein weiteres Beispiel für unerwartete langfristige Effekte von Impfkampagnen, wie wir sie z.B. von der Pneumokokken-Impfung und dem dort beobachteten replacement-Phänomen kennen.

 

Literatur:

Pawloski LC. Clin. Vaccine Immunol. Nov 2013;