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Das Frühjahr bringt uns (neben vielem Anderen) auch regelmäßig die "Europäische Impfwoche" und diese - genauso regelmäßig - die Forderung nach einer Impfpflicht; diesmal war es die Kassenärztliche Vereinigung in Hessen, die die ritualisierten Beschwörungsformeln für das Erwecken dieses gesundheitspolitischen Wiedergängers sprach ... (Ärzteblatt 2017).

Denn obwohl sich sowohl der vorige (Dr. Jan Leidl), als auch der aktuelle Vorsitzende der STIKO (Prof. Thomas Mertens) klar gegen eine Impfpflicht aussprachen und aussprechen, findet sich die Forderung nach einer Impfpflicht mit uhrwerkmäßiger Regelmäßigkeit in den Reden meist fachfremder Politiker oder ärztlicher Verbandsfunktionäre. Und wenn nicht eine komplette Impfpflicht (wie die CDU sie vor zwei Jahren auf ihrem Parteitag als Forderung beschloss), dann doch bitte zumindest die gegen Masern...

Nun gibt es in der EU, deren Länder alle die Masernimpfung in den staatlichen Impfprogrammen verankert haben, durchaus Länder, in denen eine Masernimpfpflicht besteht: es sind dies Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Lettland, Polen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien.

Vergleicht man jetzt die durchschnittlichen Durchimpfungsraten der Länder mit Impfpflicht mit denen der Länder ohne und dann mit denen Deutschlands, zeigt sich folgendes Bild:

 

 

Hier fällt auf:

 

Vergleicht man in einem zweiten Schritt die Häufigkeit der Masernerkrankung zeigt sich das folgende Bild, das sich jetzt nicht unbedingt für eine Werbebroschüre für Impfpflicht aufdrängt:

 

 

 

 

 

Zusammengefasst

 

Literatur

Ärzteblatt online vom 26.04.2017. Abruf 27.04.2017

ECDC. Surveillance Atlas of Infectious Diseases. Abruf 27.04.2017