Jetzt also doch: im vorletzten Absatz einer längeren zusammenfassenden Stellungnahme des RKI zum Masernausbruch 2015 in Berlin findet sich das bisher Unaussprechliche:

Am 08.05.2015 erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel, der eine aktuell erschienene Studie (Mina 2015) zu den immunologischen Auswirkungen der Masernerkrankung zum Thema hat - im Folgenden ein hierauf bezogener Leserbrief vom 09.05..

Im tragischen Fall des in Berlin an Masern verstorbenen Jungen tauchen immer mehr Fragen auf.

Die deutsche Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Masernimpfung zu dem Zeitpunkt, zu dem frühestens akzeptable Antikörper gebildet werden: Das Alter von 11 – 14 Monaten. Zwei kanadische Studien (De Serres 2012, Defay 2013) zeigen nun, dass der Langzeitschutz bei diesem frühen Impfbeginn alles andere als verlässlich ist.

Im Rahmen des aktuellen Berliner Masernausbruchs schien diese Erkrankung von Woche zu Woche gefährlicher zu werden: sprachen die ersten Zeitungsbericht noch von einer Sterblichkeit (eigentlich: Letalität, also „Tödlichkeit") der Masern von 1 : 1000 - 1 : 2000, war jetzt länger von 1 : 1000 zu lesen, und gestern überbot sich die Sueddeutsche Zeitung mit der Angabe eines Todesfalles auf 500 Erkrankte. Die Rechnung scheint plausibel: in Berlin gut 500 Erkrankte, 1 Todesfall, macht 1 : 500. Nur: so funktioniert guter Wissenschaftsjournalismus nicht…