Am 13.09.2018 läuft der autobiographische Dokumentarfilm "Eingeimpft" des deutschen Regisseurs David Sieveking in den Kinos an - lesen Sie hier eine Rezension dieses schon jetzt sehr umstrittenen Films.

 

David Sieveking, werdender Vater und nicht ganz unbekannter Regisseur, öffnet die Türen hinein in seine eigene werdende Familie und lässt uns teilhaben daran, wie sich Mutter und Vater mit einem Thema auseinandersetzen, was bisher für sie keines war. David hatte Impfungen bisher eigentlich für etwas völlig Selbstverständliches und Unproblematisches gehalten. Die angehende Mutter Jessica hingegen hat eigene einschlägige Erfahrungen mit einer Impfung in der Schwangerschaft gemacht und lehnt Impfungen ab für ihr Kind. „Allein die Vorstellung, dass ich hier einem kerngesunden Kind etwas antue, tut mir weh…“. Jessica fordert den Vater auf: „informier Dich mal“ und der will es ihr dann auch zeigen, eben „wie ein Dokumentarfilmer recherchiert…“. Es folgt die Dokumentation einer Suche nach Kriterien für eine Entscheidung, mit der beide Eltern leben können, unterbrochen von Darstellungen über die gewonnenen Einsichten. David besucht Bibliotheken, interviewt Experten und fährt nach Guinea-Bissau, um dem Forscher Peter Aaby bei seiner Arbeit zuzuschauen. Er hatte bereits vor vielen Jahren festgestellt: Säuglinge in diesem Land, die sehr früh mit Totimpfstoffen geimpft werden, haben ein deutlich höheres Sterberisiko im ersten Lebensjahr. Eine Lebendimpfung mit Masern, Mumps und Röteln hingegen hatte in Guinea-Bissau einen deutlich positiven Effekt. Die Eltern entscheiden sich für eine Masern-Impfung. „Stell Dir vor, Du impfst Dein Kind und es geht schief! Hilft es dann, wenn man ein Opfer zum Wohle der Allgemeinheit erbracht hat?“, so fragt Jessica. Auf dem Weg hatte sich David auch mit der Frage nach den Zusatzstoffen in Totimpfungen befasst. Gespräche mit beteiligten Forschern lassen ihn daran zweifeln, dass die Gründe für einen seinerzeit vom Markt genommenen 6fach Impfstoff von MSD Pharma mit den eigentlichen übereinstimmen. Rätselhafte Todesfälle von Säuglingen nach Hexavac-Impfung nähren diese Vermutung. MSD steht für eine Stellungnahme vor der Kamera nicht zur Verfügung. Am Ende treffen die Eltern auch für ihr zweites Kind jeweils Impfentscheidungen gemeinsam mit ihrer Ärztin.


Die von Sieveking zutage geförderten Themen und die sich daraus ergebenden Fragen sind letztlich nicht neu. Der Autor schaut ein wenig hinter die Kulissen von Forschung und Industrie und wird vorsichtig skeptisch, auch da, wo er ursprünglich gar keine Zweifel hatte. In einem kurzen Ausschnitt wird die Aussage einer Wissenschaftlerin eingeblendet, die davon spricht, wie wenig wir eigentlich wirklich wissen über die möglichen Wirkungen bestimmter Zusatzstoffe in Impfungen. Ja, es gibt eben doch deutlich weniger „Fakten“, als immer wieder suggeriert wird. Geht es zunächst einmal darum, sich hier ehrlicher zu machen, klarer zu sagen, was wir nicht wissen, statt zu suggerieren, es gäbe die unumstößlichen „Fakten“? Geht es womöglich darum, gerade dadurch ein neues Vertrauen zu schaffen? Auch wenn dieser Film sicherlich vielen ein Dorn im Auge sein wird, die den Ball flach halten möchten und weitere Verunsicherung der Elternschaft in Deutschland befürchten: Hier entsteht ein Bild jenseits von geschönter Realität, jenseits von Pauschalierungen, wie der, dass „Impfen“ das Beste ist, was wir für unsere Kinder tun können o.Ä. Hier kommen Betroffene zu Wort, Eltern, die nicht einfach Gegner oder Befürworter des „Impfens“ sind, sondern Menschen, die aus der Verantwortung für ihre Kinder berechtigt um Antworten ringen auf Fragen, die sich viele andere erst gar nicht stellen. Diese Menschen spüren, dass ihnen die standardisierten und mit dem Segen der Ständigen Impfkommission (STIKO) gegebenen Empfehlungen von Experten nicht ausreichen. Sie sind nicht prinzipiell misstrauisch, aber sie möchten mehr wissen und bemerken aus unterschiedlichen Perspektiven, dass sich ihre Überzeugungen dabei wandeln. Die resultierenden Entscheidungen sind hart errungen und drücken eine persönlich übernommene Verantwortung der Eltern aus. Anders, als in so manchem kritischen Film in der letzten Zeit, geht es weniger um die Panikmache vor Impfungen überhaupt, weniger um die Kritik an Impfstoffen, bestimmten Experten, Pharmafirmen oder Institutionen, sondern um den notwendigen und sinnvollen Prozess der Auseinandersetzung mit Impfentscheidungen, die uns allen letztlich nicht erspart bleiben. Wer zudem noch gut unterhalten werden will und einer jungen Familie ein wenig über die Schultern schauen mag auf dem Weg sich zu finden, dem sei dieser Film wärmstens empfohlen.

 

Eine umfangreichere Rezension, die auch die multimedialen Reaktionen auf Sievekings Film berücksichtigt, finden Sie hier:

"Eingeimpft" - Der Film - Und das Imperium schlägt zurück...